Paul Jaray

Paul Jaray, ein hagerer, ruhiger Mann erwies sich als genialer Entdecker und Erfinder, in einer Zeit, in der viel Handarbeit gefragt war.  Er leistete sehr viel Kopfarbeit , um solche Ziele zu verwirklichen. Etliche Patente, Produkte zeugen noch heute von seinem Wirken.

Lebenslauf

Bis heute wurde viel geschrieben über den genialen Konstrukteur, Ingenieur und Aerodynamiker Paul Jaray. Obwohl viele seiner Erfindungen und Ideen im Alltag allgegenwärtig sind, ist dies uns vielmals nicht bewusst. Auch über sein Privatleben ist wenig bekannt. Mein Interwiev über sein Privatleben und sein Wirken, das ich 2008 mit Jarays Tochter Johanna “Hansi” Inderbitzin (gest. 2012) geführt hatte, ist noch nicht aufgearbeitet bzw. veröffentlicht.
Der Nachlass von Paul Jaray (Manuskripte, Konstruktionspläne, Korrespondenz usw.) befindet sich in der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETHZ Zürich), im Hochschularchiv.

  1. 1889Geburt am 11. März 1889
    In Wien als 5. Kind des jüdischen, aus Ungarn gebürtigen Kaufmanns Adolf Jaray-Schönberg
  2. bis 1906Ausbildung
    Realschule, dann Maschinenbauschule Wien. Jaray konstruierte für einen Ingenieur eine Drehkolbenpumpe
  3. bis 1911Mitarbeiter bei Flugzeugbau und Hebezeuge
    U.a. Mithilfe im Flugzeugbau von Flugpionier Louis Blériot

Paul Jaray
(ETH Zürich, Hochschularchiv)

Logo Zeppelin (Zeppelin)

  1. 1912Chefkonstrukteur
    Bei Flugzeugbau Friedrichshafen
  2. 1912Ehe mit Olga geb. Jehle
    Drei Kinder: Johanna “Hansi”, Peter und Werner
  3. 1914Luftschiffbau
    Bei Kriegsbeginn bei Luftschiffbau Zeppelin, Friedrichshafen
  1. 1917Aufstieg zum Oberingenieur
    Bei Luftschiffbau Zeppelin, konvertiert zum Katholizismus
  2. 1919Passagierluftschiffe-Bodensee
    Bau von Luftschiffen: Nordstern und ZR3
  3. 1919Entwurf J-Rad
    Entwurf und Prototypenbau eines “Schwinghebel-Fahrrades”
  4. 1920Trethebelrad “J-Rad”
    Erster Prototyp des J-Rad

1. Prototyp
(ETH Zürich, Hochschularchiv)

Ley T6
(ETH Zürich, Hochschularchiv)

  1. 1920Stromlinienwagen
    Am 13. Oktober fertigte Jaray die erste Skizze für einen Stromlinienwagen
  2. 1921Verkaufsstart des J-Rad
    Die bei Hesperus-Werke, Stuttgart produziert werden
  3. 1922Erster Stromlinienwagen
    Erster gebauter Stromlinienwagen, Ley Typ T6, Firma Spohn, Ravensburg (DE)
  4. 1923Umzug
    Übersiedlung der Familie Jaray von Friedrichshafen ins Hotel Waldstätterhof, Brunnen (CH)
  5. 1923Produktionsstop des J-Rad
    Einstellung der Produktion nach ca. 4’000 Stück
  1. 1923 Radios privat zusammengebaut
    Die ersten Radios liefen unter dem Namen Jaray
  2. 1924 Ingenieurbüro in Brunnen (CH)
    Expertenvertrag mit britischer Regierung für Luftschiffe
  3. 1925 Entwicklung vom Radioempfänger Alaphon
    Bildfunk-Empfangstation im Hotel Waldstätterhof, Brunnen (CH)

Radio Alaphon, Frontansicht
(j-rad.ch)

Radio Alaphon, Ansicht oben
(j-rad.ch)

  1. 1932Alaphon
    Eigene Firma “Radiodienst und Radiobau AG”
    Verkauf des ersten seriengefertigten Schweizer Volksempfänger (Radio)
  2. 1933Verkehrspatente
    Technischer Leiter der “AG für Verkehrspatente Luzern”
  3. 1938Liquidation
    Die Firma ALAPHON wird freiwillig liquidiert
  1. 1941 Farner AG
    Technischer Leiter bei “Flugzeugbau Farner AG”, Grenchen (CH),
    eigenes Konstruktionsbüro, Solothurn (CH): Windkraftwerk usw.
  2. 1944 Flugmechanik
    Ingenieur bei  “G. Naef Flugmechanik”, Fischenthal (CH)
  3. 1948 Architekt
    Zeichnet und baut ein Einfamilienhaus für seinen Arbeitskollegen Herr Fürst in Fischenthal (CH)

Haus in Fischenthal
(j-rad.ch)

Paul Jaray
(ETH Zürich, Hochschularchiv)

  1. 1950Zweite Ehe
    Wohnhaft in Kempten/Wetzikon (CH) und St.Gallen (CH)
    Zweite Ehe mit Frau Marguerite geb. Leuenberger
  2. 1974Verstorben
    Paul Jaray stirbt am 22. September 1974 in St. Gallen (CH)